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Zu den Natur- und Kulturschönheiten

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Trier/Wasserliesch/Malberg. Nur noch wenige Wochen, und die Natur regt sich wieder. Bäume und Wiesen werden grün, Blumen erblühen. Die allerschönsten sind ohne Zweifel die Orchideen. Und davon gibt es auch in der Region zahlreiche Arten.

Eines der größten Vorkommen dieser pflanzlichen Schönheiten befindet sich zwischen Mosel und Saar gelegen, genauer gesagt bei Wasserliesch (Verbandsgemeinde Konz). Dorthin, entlang des Kultur- und Orchideenpfads, führt der Frühlings-Wandertag des Trierischen Volksfreunds am Sonntag, 27. Mai. Im Herbst, genauer am 16. September, geht es in die Eifel, nach Malberg mit seinem barocken Schloss und den dichten Kylltalwäldern.

Jeweils vier gut

ausgeschilderte Strecken

Für die Teilnehmer am Wandertag werden jeweils vier unterschiedlich lange Routen angeboten, davon ist eine Kurzstrecke auch für Familien mit Kinderwagen geeignet. Auf den Rundwanderungen, die jeweils zentral im Ort beginnen und enden, gibt es viel zu entdecken. Die Strecken sind gut ausgeschildert und können in der Gruppe, jeweils begleitet von einem kundigen Wanderführer, oder individuell gegangen werden. Und auch für Läufer und Mountainbiker bieten die Vereine der Ortsgemeinden Wasserliesch und Malberg eine geeignete Strecke an.

Auf dem Hochplateau des Löschemer Bergs liegt das Naturschutzgebiet „Perfeist“ mit einer einzigartigen Vegetation. Diese „artenreichen, wärmeliebenden Halbtrockenrasen- und Kalkbuchenwald-Gesellschaften“ und „evolutionsgeschichtlich hochentwickelten Insekten und Orchideen und deren Begleitarten“ zu erhalten, sind die Ziele, die im Jahr zur Ausweisung zum Naturschutzgebiet führten.

Foto: NABU

Wegen der besonderen Klima- und Bodenverhältnisse siedelte sich auf dem 22 Hektar großen Areal eine Vielzahl von selten gewordenen und geschützten Pflanzen- und Tierarten an, vor allem Orchideen. Mit 28 Arten, bei Knabenkräutern angefangen über Türkenbund und Bocksriemenzungen bis hin zum Gelben Enzian, ist das Gebiet eines der bedeutendsten Orchideenvorkommen Deutschlands.

Da die Region Wälder als natürliche Vegetation aufweisen würde, sind die Kalkmagerrasen des Saar-Mosel-Gaus mit gehölzreichen offenlandbestimmten Übergangsbereichen stark anthropogen, durch den Menschen, geprägt. Solche Flächen mit ihren flachgründigen Böden auf Muschelkalk wurden lange Zeit extensiv beweidet und als Mähwiese genutzt. Im Laufe der Zeit konnte so die Struktur der Landschaft erhalten bleiben und sich das heutige einzigartige Artenspektrum herausbilden.

Im Laufe des 20. Jahrhunderts war die Bewirtschaftung dieser Flächen nicht mehr rentabel. Deshalb betreibt die BUND-Kreisgruppe Trier-Saarburg seit den 80er Jahren die Pflege dieses Gebietes.

 

Eine besondere Gattung unter den Orchideen sind die Ragwurzen, sogenannte „Insektentäuscher“. Ihre Blüten ahmen Insekten nach. Sie locken so die Insektenmännchen an, die die Pollen verbreiten. Deshalb sind sie oft auf wenige Insektenarten zur Verbreitung angewiesen. Bei den Volksfreund-Wanderungen auf dem Kultur- und Orchideenpfad können die Gäste die Arten und die Vielfalt der Flora und Fauna bewundern.

Foto: Beate Ulmer

Einzigartig, nicht nur in der Eifel, ist die barocke Schlossanlage in Malberg (Eifelkreis Bitburg-Prüm) – Ausgangspunkt und Ziel des Volksfreund-Wandertags am Sonntag, 16. September. Die Anlage besteht aus dem sogenannten Neuen Haus, dem Alten Haus, dem Arkadenbau, der Brauerei und der Kapelle. Weiter gehören der „Eiserne Garten“ und der „Runde Garten“ zu dem auf einem Bergsporn gelegenen Schloss.

Die Ursprünge der Anlage sollen bis in germanische Zeit zurückgehen. Darauf verweise das althochdeutsche Wort „mahal“, was so viel wie eine germanische Richt- und Versammlungsstätte bedeutet. Urkundlich erwähnt wurden die Edelherren von Malberg erstmals im Jahr 1008.

Ende des 16. Jahrhunderts ließ der neue Besitzer Joachim von Manderscheid-Schleiden am Ort der früheren Oberburg ein neues Wohnhaus in den Formen der Renaissance errichten; das heutige „Alte Haus“.

Nicht erst heute beeindruckt die Fassade des Anfang des 18. Jahrhunderts gebauten Schlosses mit ihrem italienischen Stil. Erschaffen wurde das Prachtgebäude von dem damals sehr bekannten Architekten Matteo Alberti im Auftrag von Johann Werner von Veyder. Sein Nachfahre Johann Werner von Veyder und Malberg gründete das Hüttenwerk in Malberg und investierte weiter in das Schloss. So beauftragte er wertvolle Skulpturen und Wandbehänge. Mit der französischen Revolution endeten die guten Zeiten des Schlosses.

Heute kümmern sich der vor 20 Jahren gegründete Förderverein sowie die Verbandsgemeinde mit um den Erhalt und die Wiederbelebung von Schloss Malberg. Das Anwesen befindet sich seit 1989 im Besitz der Verbandsgemeinde Kyllburg (heute Bitburger Land), nachdem es zuvor als Pension genutzt wurde.

Die Gäste können während des Volksfreund-Wandertags an einer Führung durch das Schloss teilnehmen. Sehenswert ist auf jeden Fall auch der Eiserne Garten gleich hinter dem äußeren Tor, gegenüber dem Brauhaus aus dem Jahr 1714. Seine Grundeinteilung mit dem Brunnen in der Wegkreuzung ist seit dem 18. Jahrhundert bis heute unverändert.

Mechthild Schneiders

 

Info

Wanderfreunde können sich diese beiden Termine vormerken:

Sonntag, 27. Mai, Wasserliesch

Sonntag, 16. September, Malberg.