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Von der Mosel nach Australien

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Foto: Handwerkskammer Trier

Trier. Gebisse, Zahnersatz und die Arbeit im Labor gehören für Dominik Döpp zum Alltag. Der Trierer macht eine Ausbildung zum Zahntechniker und befindet sich im vierten Lehrjahr. Die Handwerkskammer (HWK) Trier hat ihn jetzt als „Lehrling des Monats“ ausgezeichnet.

Döpps Weg führte vom Gymnasium ins Handwerk. „Man muss halt Abi machen“, dachte Dominik Döpp als Jugendlicher. Doch die Vermittlung von theoretischem Wissen sei ihm auf Dauer zu trocken gewesen. In der Oberstufe sehnte er sich nach praktischem Arbeiten.

Der Zahntechnik-Azubi ist in einer kaufmännisch geprägten Familie aufgewachsen. Schon immer war er hier „der Handwerker“, der Haushaltsgeräte auseinandernahm und wieder zusammensetzte. Also ging er nach dem Fachabitur vom Auguste-Viktoria-Gymnasium ab und suchte nach einer Ausbildung, in der er sich verwirklichen kann.

Das Berufsbild des Zahntechnikers sprach ihn sofort an: Fundiertes medizintechnisches Wissen, die Anfertigung von Zahnersatz und kreatives Arbeiten mit den Händen – das klang für ihn nach einer interessanten Kombination. Bei Zahntechnik Wallerius in Trier wurde Döpp nach einem Praktikum als Lehrling eingestellt.

„Der Beruf bietet laufend neue Herausforderungen“, sagt er. „Dadurch wird man fachlich von Tag zu Tag besser.“ Das ist auch notwendig, denn Zahntechniker brauchen viel Erfahrung bei der Herstellung von individuellem Zahnersatz. Der müsse schließlich hundertprozentig passen. Das filigrane Arbeiten findet Dominik reizvoll: „Da geht’s ins Eingemachte!“

Auch menschlich hat der 23-Jährige viel dazugelernt. „Eine Ausbildung formt den Charakter“, sagt er. Sein Leben richtet er schon immer nach christlichen Werten aus.

Im Betrieb kümmert er sich als einer von sieben Lehrlingen um einen syrischen Kollegen, der dort eine Einstiegsqualifizierung macht. Als Auszubildender im vierten Lehrjahr steht er dem Neuzugang mit Rat und Tat zur Seite – nicht nur beruflich. Er sprach mit ihm sogar über dessen traumatische Flucht. Döpp bewundert die Kraft und den Mut des Syrers, noch einmal ganz von vorn anzufangen – in einem fremden Land, ohne Sprachkenntnisse. Er will ihn künftig auch privat bei der Integration unterstützen. In seiner Freizeit jobbt der Kinofan im Trierer Kino Broadway.

Außerdem ist er musikalisch: Neben E-Gitarre, Posaune und Bass spielt er auch noch Schlagzeug und Klavier. In der Kirche war er lange Zeit als Chorsänger aktiv. Auch seine Freundin hat beruflich mit Zahngesundheit zu tun: Sie studiert in Litauen Zahnmedizin. Sein Beruf spielte bei ihrer Studienwahl eine Hauptrolle.

Nach dem Abschluss möchte sich der Geselle einen Traum erfüllen und nach Australien reisen. Ein halbes Jahr lang wird er in einem Praxislabor unter Leitung eines deutschen Zahntechnikermeisters aus Hermeskeil arbeiten. Döpps Vorfreude ist groß: „In Sydney, direkt am Bondi Beach – cool!“ red

Zahntechniker fertigen und reparieren festsitzenden und herausnehmbaren Zahnersatz sowie sogenannte zahn- und kieferregulierende Geräte, also Zahnspangen. Die anerkannte Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre. Zahntechniker können in Labors, Praxen oder Kliniken arbeiten. Quelle: Bundesagentur für Arbeit

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