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Trier und der Kreis Trier-Saarburg sind gut gewappnet

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David Falkner

Trier/Saarburg. Wenn Schrägbalken und Sparren nichts mit Architektur zu tun haben, es um Löwen, Pferde, Adler und Greifen, aber nicht um Zoologie geht, und Dreiecke und Rauten zwar ein Thema, der Geome-trieunterricht aber weit weg ist – dann geht es um Wappenkunde. Die Heraldik, wie die Wappenkunde auch heißt, beschäftigt sich, wie der Name sagt, mit Wappen. Also mit Symbolen, die Orte, Adelshäuser, Familien oder Kirchenorden oft trugen und manchmal immer noch tragen.

Meistens erscheint das Wappen in der Form eines mittelalterlichen Ritterschilds. Das ist kein Zufall, denn die Tradition der Wappen kommt aus dem Mittelalter, genauer: aus der Zeit der Kreuzzüge. Mit dem Aufbruch nach Jerusalem musste nämlich ein System entwickelt werden, damit die kreuzfahrenden Ritter ihre eigenen Truppen von den anderen unterscheiden konnten.

Das Wappen hatte also eine ähnliche Funktion wie heute beispielsweise die Trikots von Fußballspielern – wenn auch in einem deutlich ernsteren Kontext. Auch bei den Ritterturnieren erwiesen sich die Wappen als praktisch: Durch die Ganzkörperrüstungen und großen Helme konnte man ohne Wappen nämlich oft gar nicht mehr erkennen, wer gerade vor einem stand.

„Wappen sind auch heute noch wichtig“, sagt Thomas Müller, Pressesprecher des Landkreises Trier-Saarburg. „Wenn auf einem Schreiben oder auf einer Fahne ein Wappen prangt, dann weiß der Bürger, das ist offiziell.“ Ein Wappen zeige auch, wodurch das Gebiet geprägt worden sei und stelle außerdem einen Bezug zur Geschichte her. Müller weiß auch, wie ein Wappen verliehen wird: Nachdem ein Dorfhistoriker oder anderer Experte einen ersten Entwurf erschaffen hat, entscheidet ein Gremium, ob das Wappen übernommen werden soll. Stimmt dieses dem Entwurf zu, muss das Wappen dann mitsamt Erklärung und Begründung dem Innenministerium vorgelegt werden.

Wenn alles seine Ordnung hat, kann das Ministerium das Wappen dann offiziell verleihen. „Das ist der Unterschied zu einem Logo. Das kann man sich nämlich einfach selbst verpassen. Ein Wappen nicht“, weiß Müller.

Die Heraldik ist ein Feld mit für Außenstehende überraschend eng definierten und vor allem zahlreichen Regeln: Die klassisch genutzten Farben und die häufig vorkommenden Elemente und Muster sind streng definiert und bezeichnet. Die genaue Beschreibung eines Wappens mit den passenden Begriffen heißt Blasonierung.

Der Stadtheilige mit Schlüssel

Das Wappen der Stadt Trier ist leicht zu erklären: Petrus ist der Stadtheilige, der Schlüssel steht entweder für den Himmelspförtner Petrus oder für den Papst. Der Schlüssel ist ein oft genutztes Wappenmotiv und taucht beispielsweise auch auf dem Wappen des Vatikans, der Städte Worms, Bremen oder Regensburg auf – alles Bistümer.

Das Wappen des Landkreises Trier-Saarburg (siehe großes Foto) existiert seit 1970. „Das Wappen von Trier-Saarburg ist eine Vereinigung von zwei älteren Wappen, nämlich dem Trierer Kreuz und der Saarburg“, sagt Kreissprecher Thomas Müller. Die silbernen und blauen Balken sind aus dem luxemburgischen Wappen entnommen. Der Grund: Teile der Region gehörten vor langer Zeit einmal zum Großfürstentum.

Siegel, Flüsse, Wappentiere

Interessant ist das Wappen der Verbandsgemeinde Konz: Soll das eine Pflanze sein, mag man sich da fragen – und wenn ja, was für eine? Und vor allem – warum? Michael Naunheim, Pressesprecher der Verbandsgemeinde Konz, hilft weiter: „Das Wappen zeigt einen Baum mit fünf Zweigen“, verrät er. Das Zeichen steht für Jacob von Cons. Der regierte im 13. Jahrhundert auf der Konzer Burg.

Leichter zu erklären ist da das Wappen der Stadt Konz: Das 1950 entworfene Zeichen zeigt den Zusammenfluss von Saar und Mosel in der Mitte, eine Rose, das Siegel der Abtei Karthaus, und einen Anker, der für den Pfarrpatron, den heiligen Nikolaus, steht.

Ob Wappentiere, Werkzeuge, Gebäude, Berge oder Flüsse, Pflanzenteile oder Ortsheilige: Die Wappen deuten auf Besonderheiten des Ortes hin, stellen die Zugehörigkeit zu einer Region dar oder offenbaren Zusammenhänge. Das Wappen ist ein einzigartiges Erkennungszeichen, das den Charakter eines Ortes darstellen soll – ob Schrägbalken, Hermelin, Petrusfigur oder Löwe: Hauptsache, gut gewappnet!

David Falkner