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So ein Theater: „Das Wunder von Trier“

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Foto: Theater Trier

TRier. Um heiliggesprochen zu werden, bedarf es eines Wunders. Die Anhänger von Friedrich Spee ersehnen sich ein solches. Was sich naturgemäß als schwierig erweist, ist der Jesuit, Kritiker der Hexenprozesse und Kirchenlieddichter schon seit mehr als 380 Jahren tot – er starb 1635 in Trier. Als einer der wenigen erhob er in seiner Kampfschrift „Cautio Criminalis“ die Stimme der Vernunft gegen den Hexenwahn seiner Zeit, gegen die Verfolgung, Folter und Ermordung unschuldiger Frauen und Männer.

Mit einer historischen Rekonstruktion des Lebens des Kirchenmannes hat „Das Wunder von Trier – Das Leben und Wirken des Friedrich Spee“ nichts zu tun. Vielmehr ist es eine aktuelle Auseinandersetzung mit dem Begriff „Hexen“. Regisseur Michael Höppner hat für das Theater Trier Originaltexte und Musik von Spee verarbeitet, textlich ergänzt und daraus eine Collage entwickelt. Dabei sucht er Parallelen zwischen den spätmittelalterlichen Verhältnissen und der Gegenwart.

Hauptakteure sind die Sänger von Opernchor und Extra-Chor des Theaters Trier sowie Friedrich-Spee-Chor unter der Leitung von Angela Händel. Sie sind die Spee-Gemeinschaft, die den Namensgeber anbeten. Gemeinsam mit ihnen durchstreift das Publikum im musikalischen Stationentheater die Wirkungsstätte Spees, das heutige Bischöfliche Priesterseminar mit Jesuitenkirche. Günter Lemke (Bühne und Kostüme) schmückt die Räume immer wieder neu aus.

Und dann geschieht spontan das heiß erwünschte Wunder. Dazu braucht es einen Archäologen (Alexander Kotz), eine Flüchtlingsfamilie (Darin Hesse, Mohamed Kushari, Saleh Al-Mohamad) sowie einen Großinquisitor (Barbara Ullmann). red 

Termine: 20., 21., 25. März, 2., 8. April, jeweils 19.30 Uhr.