Start Bitburg Mehr Körperverletzungen, weniger Diebstähle

Mehr Körperverletzungen, weniger Diebstähle

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Symbolbild: DPA

Bitburg. Die Zahl der bei der Polizeiinspektion (PI) Bitburg registrierten Straftaten ist im Jahr 2016 im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Gleichzeitig erhöhte sich aber auch die Aufklärungsquote. Die Zahl der Straftaten hat sich von 2827 auf nunmehr 2961 Fälle erhöht. Dies entspricht einer Steigerung um 134 Fälle oder 4,7 Prozent. 2574 Delikte wurden bei der PI Bitburg abschließend bearbeitet. Die Aufklärungsquote stieg von 62,5 auf 68,2 Prozent.

Im Bereich Gewaltkriminalität wurden im Jahr 2016 insgesamt 77 Fälle (Vorjahr: 56 Fälle) registriert. Die Aufklärungsquote bei diesen Straftaten liegt bei 87 Prozent (Vorjahr: 76,8 Prozent). In diesem Deliktsbereich überwiegen die Körperverletzungsdelikte. Diese machen 43 Fälle (Vorjahr: 35) aus. Laut Polizei ist eine zunehmende Gewaltbereitschaft, oftmals zusammen mit übermäßigem Alkoholkonsum, zu erkennen. Die Zahl der Körperverletzungen in allen Deliktsbereichen (Gewaltkriminalität, Straßenkriminalität, häuslicher Bereich und sonstige) beläuft sich auf 328 Fälle (Vorjahr: 284).

Im Bereich Eigentumskriminalität wurden insgesamt 830 Straftaten (Vorjahr: 912 Fälle) erfasst, was einem Rückgang um 82 Fälle oder 9 Prozent entspricht. Die Aufklärungsquote bei den Diebstahlsdelikten liegt bei 36,1 Prozent (Vorjahr: 37,3 Prozent). Bei diesen Delikten bilden die Ladendiebstähle mit 144 Fällen (Vorjahr: 187) einen Schwerpunkt. Die Anzahl dieser Delikte ist stark vom Anzeigeverhalten der Geschäftsinhaber und vom eventuellen Einsatz von Kaufhausdetektiven abhängig und schwankt daher jedes Jahr. Die Zahl der Wohnungseinbrüche hat sich auf 83 Fälle (Vorjahr: 66) erhöht. Lokale Schwerpunkte liegen in Bitburg und der näheren Umgebung sowie im Grenzgebiet zu Luxemburg. Eine Vielzahl dieser Straftaten dürfte nach Polizeiangaben von organisierten reisenden Tätergruppen begangen worden sein. Zur Bekämpfung dieses Phänomens wurde beim Polizeipräsidium Trier eine spezielle Arbeitsgruppe eingerichtet, deren Arbeit bei diesen Delikten zur Steigerung der Aufklärungsquote um 2,6 Prozentpunkte auf 25,3 Prozent beigetragen haben dürfte. Reduziert hat sich die Zahl der Auto-Aufbrüche. So wurden 2016 insgesamt 32 Fälle (Vorjahr: 62 Fälle) registriert. Ebenfalls reduziert hat sich die Zahl der Diebstähle an oder aus Kraftfahrzeugen. Hier wurden 117 Delikte (Vorjahr: 148) registriert. Die vergleichsweise hohe Fallzahl in diesem Deliktsbereich steht laut Polizei im Zusammenhang mit der hohen Dichte an Autohändlern im Bereich Bitburg. Autohäuser sind immer wieder Ziel organisierter Täter, die auf Bestellung Fahrzeugteile in größerem Umfang entwenden.

 

Im Bereich der Straßenkriminalität sind die Fallzahlen leicht rückläufig. So wurden in diesem Deliktsfeld 390 Straftaten registriert (Vorjahr: 416). Bei fast allen Delikten sind die Zahlen gesunken (zum Beispiel gefährliche oder schwere Körperverletzung auf Straßen, Wegen und Plätzen von 23 auf 15 Fälle). Steigerungen gibt es dagegen bei Fahrraddiebstählen (von 15 auf 27 Fälle) und bei sonstigen Sachbeschädigungen auf Wegen und Plätzen (von 15 auf 67 Fälle). Im Bereich der Rauschgiftkriminalität wurden 241 Fälle (Vorjahr: 186 Fälle) mit einer Aufklärungsquote von 92,9 Prozent (Vorjahr: 94,1 Prozent) registriert. Der größte Teil der hier erfassten Fälle stand im Zusammenhang mit Cannabis-Produkten (78 Fälle), gefolgt von Amphetamin (61 Fälle). Bei den Vermögens- und Fälschungsdelikten wurden im Jahr 2016 insgesamt 574 Fälle (Vorjahr: 525 Fälle) registriert. Die hier erfassten Fälle resultieren nach Angaben der Polizei im Wesentlichen aus der Tatsache, dass Straftaten rund um das Internet zunehmen.

 

Derzeit stehen die Fallzahlen im Zusammenhang mit dem Aufenthalt von Flüchtlingen in Deutschland im Fokus der Öffentlichkeit. In Bitburg werden seit Mitte Juli 2015 Flüchtlinge in einer Außenstelle der AfA Trier auf dem Flugplatz Bitburg untergebracht. Darüber hinaus leben zahlreiche Flüchtlinge inzwischen in den Gemeinden des Dienstbezirks. Die auffällig gewordenen Flüchtlinge sind laut Polizei in der Anzahl der ermittelten nichtdeutschen Tatverdächtigen enthalten und erklären deren Anstieg zur Vorjahreszahl. Im Jahr 2016 wurden 96 Straftaten registriert, die durch Flüchtlinge begangen wurden. Dabei handelte es sich in der Mehrzahl um Ladendiebstähle (32 Fälle), in 15 Fällen um Körperverletzungsdelikte, fünf Fälle betrafen Sittlichkeitsdelikte.

Im Bereich der PI Bitburg wurden insgesamt 1512 Tatverdächtige (Vorjahr: 1452) ermittelt, zu knapp drei Vierteln männlichen Geschlechts. Es wurden 482 (Vorjahr: 427) nichtdeutsche Tatverdächtige ermittelt, was einer Quote von 31,9 Prozent (Vorjahr: 29,4 Prozent) entspricht. Es wurden 46 Kinder bis 13 Jahre ermittelt 119 Jugendliche (14 bis 17 Jahre) und 147 Heranwachsende (18 bis 20 Jahre). red