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Karnevalisten aller Länder, vereinigt euch!

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Roland Morgen

Trier. November. Monat der Trauer und des Gedenkens, der Mahnung und der Erinnerung. Und des karnevalistischen Vorgeplänkels. Mittendrin in der Tristesse zwischen goldenem Oktober und Advent liegt der schrägste aller Feiertage, der Elfte im Elften. Narren und andere Fastnachtsfreunde wissen, was gemeint ist. Sessionsauftakt um 11.11 Uhr – Start in die fünfte Jahreszeit.

Wer nichts mit organisiertem Frohsinn am Hut hat, könnte jetzt denken, „Okay, das reicht“, und die Lektüre dieses Artikels einstellen. Könnte, aber die weitere Lektüre wird empfohlen, denn diesmal wird Karneval in Trier eben nicht wie alle Jahre wieder. Das liegt am berühmtesten Sohn der Stadt, Karl Marx, dessen 200. Geburtstag (5. Mai 2018) ein ganzes Jahr lang mit großen Brimborium gefeiert wird.

Landesausstellung, Statuenaufstellung, Besucher aus aller Welt. Diese Steilvorlage lassen Triers Karnevalisten nicht links liegen, erst recht nicht Helmut Leiendecker. Der Chef-Lokalmatador hat zur Session im Zeichen von „Marxe Karel“ das Kommunistische Manifest umgedeutet in ein Karnevalistisches Manifest. Leiendeckers Appell: „Karnevalisten aller Länder, vereinigt euch!“

Zu erleben am 11. 11. ab 11.11 Uhr auf dem Trierer Kornmarkt. Dort steigt traditionsgemäß die von der Arbeitsgemeinschaft Trierer Karneval (ATK) veranstaltete größte Sessionsautaktfete der Region. Und Allzweckwaffe Leiendecker, 2016 bei gleicher Gelegenheit als Kaiser Nero im Einsatz, steigt zur Verkündung seiner närrischen Geistesblitze stilecht ausstaffiert als Karl Marx auf die Bühne. Das kann ja heiter werden – auch für Nichtkarnevalisten.

Und wenn schon Manifest, dann richtig. Das Original von Marx und Friedrich Engels beginnt mit dem zum geflügelten Wort gewordenen Satz: „Ein Gespenst geht um in Europa – das Gespenst des Kommunismus“. In diesem Sinne lässt sich das Vorspiel zum närrischen Treiben deuten: Um 9.30 Uhr treffen sich zahlreiche Würdenträger des Trierer Karnevals- und Kulturdezernent Thomas Schmitt (Schirmherr des Rosenmontagszugs am 12. Februar 2018), um, begleitet von der Stadtgarde Augusta Treverorum, durch die Fußgängerzone zum Kornmarkt zu ziehen. Besorgte Mütter kleiner Kinder und andere sensible Gemüter beruhigt ATK-Präsident Andreas Peters schon im Vorfeld: „Wir sehen zwar manchmal ein wenig gespenstisch aus, aber wir tun nix. Wir wollen nur feiern.“

Und zwar Karneval. Für die passende Musik auf dem Kornmarkt sorgen die Bands De Hofnarren, Fun 2.0, Kölsche Jungs und die Leiendecker-Bloas sowie DJane Rent a Sunshine (Sonja Storz). Die Fete dauert bis 16 Uhr.

Roland Morgen