Start Schweich & Ruwertal „Ich schenk dir eine Geschichte“

„Ich schenk dir eine Geschichte“

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Christian Johann Heinrich Heine, einer der bedeutesten deutschen Dichter, sagte einmal: „Von allen Welten, die der Mensch erschaffen hat, ist die der Bücher die gewaltigste.“ Der anstehende Welttag des Buches zeigt, dieser Meinung sind die Menschen heute noch – und das auch in der Region.

In Schweich bietet die Bücherei Die Buchhändler eine Leserallye für Elftklässler an. Dabei können die Schüler Rätsel lösen und ein Buch als Preis gewinnen. Darüber hinaus verschenkt die Buchhaltung ein Buch an die Schüler.

Laut der Inhaberin Kordula Kreitz-Brausch werden die Schüler im Zeitraum von 14 Tagen nach dem Welttag des Buches den Buchladen besuchen. Der Grund: Der Tag fällt in diesem Jahr auf einen Sonntag. Außerdem hätten sich viele elfte Klassen angemeldet, so dass es nicht möglich sei, diese an einem Tag zu betreuen.

Doch nicht nur in Schweich und im Ruwertal, deutschlandweit wird am Sonntag, 23. April, der Welttag des Buches gefeiert. Zu diesem Anlass erscheint bereits seit 1997 jedes Jahr ein neues Buch aus der Reihe „Ich schenk dir eine Geschichte“.

Ins Leben gerufen wurde der Tag des Buches 1995 von der United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization kurz Unesco. Der Tag soll sich mit dem Buch und den Rechten der Autoren befassen. Das Datum ist nicht zufällig gewählt, denn am 23. April sollen die Schriftsteller William Shakespeare (1616) und Miguel de Cervantes (1616) gestorben sein.

Bücher spielen in der Region ein große Rolle und das nicht nur am Welttag des Buches. In Wittlich beispielsweise beschäftigt sich die Kreisbibliothek das ganze Jahr über mit dem Lesen.

Die Bibliothek gehört mit zu den aktivsten. Mehr als 200 Veranstaltungen rund um das Thema Buch werden hier jedes Jahr veranstaltet. Für ihr Engament gewann sie schon zahlreiche Preise. Aktuell stecken die Verantwortlichen mitten in den Vorbereitungen für den Lesesommer 2017.

Laut Elke Scheid, der Leiterin der Stadtbücherei Wittlich, wird die Bibliothek jährlich von rund 100 000 Menschen genutzt. Besonders beliebt sei bei Kindern und Jugendliche alles, was mit Fantasy zu tun habe. Bei Erwachsenen seien es eher aktuelle Sachbücher zur Zeitgeschichte und Politik sowie Krimis, vor allem skandinavische und regionale. „Und dann zurzeit natürlich alles, was mit Garten und Grillen zu tun hat”, ergänzt Scheid.
Auch digitale Medien würden immer wichtiger, wobei das Interesse an Musik-CDs schon wieder nachlasse, da viele der Jugendlichen Musik über das Internet beziehen würden. Virtuelle Medien wie E-Books, E-Paper hingegen steigen jährlich in der Beliebtheit der Kunden.

„Sie sind einfach sehr praktisch“, sagt Scheid. „Für Reisen beispielsweise kann man diverse Reiseführer, Wörterbücher, Romane, Hörspiele und Musik auf einem Tablet oder E-Book-Reader speichern und hat kein zusätzliches Gewicht der Bücher zu transportieren.“
Elke Scheid ist sich sicher, auch in zehn Jahren wird es noch Bücher geben. „Sie werden irgendwann aber so deutlich teurer als virtuelle sein, dass die Kunden über den Preis den Buchmarkt regeln werden.“

Für die Verlage würde es ein lukratives Geschäft, da weder Papierhandel, noch Druckerei, Buchbinderei, Vertrieb und Buchhandel dann weiter mitverdienten.
Derzeit seien jedoch noch viele rechtliche Fragen offen. „Bleiben wird sicher das schöne bibliophile Buch als dekorativer Gegenstand.”

Für Elke Scheid haben Büchereien einen hohen Stellenwert, weil sie die wichtigsten Bildungseinrichtungen für jedermann seien, Informationsfreiheit und Vermittlung von Medienkompetenz garantierten und unverzichtbare Grundsteine der Demokratie und Meinungsfreiheit legten.

In der ganzen Region feiern Buchhandlungen, Verlage, Bibliotheken, Schulen und Lesebegeisterte das Lesefest, von Gerolstein in der Eifel bis nach Hermeskeil im Hochwald.

Ralf Kramp ist Geschäftsführer bei KBV in Hillesheim, einem der wichtigsten Krimibuchverlage in der Region. Derzeit verlegt sein Unternehmen 250 Romane und betreut rund 50 Autoren. Darunter unter anderem Jacques Berndorf, Peter Schmidt, Jürgen Alberts, Minck & Minck, Carsten Sebastian Henn, Regine Kölpin oder Altmeister Gisbert Haefs. Der Woch erzählt er, warum für ihn der Welttag des Buches und das Buch wichtig sind.