Start Bitburg Antike Bauwerke entstehen auf dem Bildschirm neu

Antike Bauwerke entstehen auf dem Bildschirm neu

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TV-Foto: Hans-Peter Linz

Region. Spaziergänger stehen im Hunsrück oder in der Eifel vor einer Ruine und rätseln, was da vor ihnen liegt und wie es vor der Zerstörung einmal ausgesehen haben könnte. ARmob wird dieses Rätsel lösen. „Antike Realität mobil erleben“, so lautet der volle Name eines von der Klassischen Archäologie der Universität Trier entwickelten Projekts. Damit vor den Augen der Betrachter zerstörte Villen, Brücken oder Tempel der Antike wieder zu voller architektonischer und historischer Pracht aus dem Boden wachsen, bedarf es zukünftig nur eines mobilen Endgeräts und einer App. „Mit diesem Projekt haben wir einen Volltreffer gelandet“, sagte der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Volker Wissing im Archäologiepark Belginum bei Morbach, wo er den offiziellen Startschuss für das Projekt gab.

Mehr als 100 Modelle von historischen Stätten – überwiegend in Rheinland-Pfalz, aber auch in Luxemburg – sollen während der Umsetzungsphase bis 2019 in der App dargestellt werden.

In die Landschaft integriert

Dank der Augmented-Reality-Technik werden die vollständig rekonstruierten Bauwerke in die aktuelle Landschaft und Umgebung integriert. Die 360-Grad-Darstellung eröffnet jeweils aus der aktuellen Perspektive des Betrachters Einblicke aus allen Richtungen.

ARmob-Nutzer entscheiden selbst, wie intensiv sie sich mit der Stätte beschäftigen wollen. Historisch besonders Interessierte können sich vorab im Internet im ARmob-Portal ausführlich informieren und vor Ort das visuelle Erlebnis mit dem Gelesenen verbinden. Spontanbesucher laden sich die App an Ort und Stelle über einen QR-Code auf ihr Mobilgerät und erfahren Wissens- und Sehenswertes nach eigener Regie. Außerdem empfiehlt ein Routenplaner weitere historisch und touristisch interessante Plätze.

ARmob soll historische Stätten zu lebendigen Orten machen, deren Attraktivität steigern und somit ein Gewinn für die touristische Infrastruktur in Rheinland-Pfalz sein. Von diesem Konzept sind bereits mehr als 90 Kommunen so überzeugt, dass sie mit den Wissenschaftlern der Universität Trier kooperieren, um Objekte aus ihren Bereichen in die App zu transferieren. Neun lokale Arbeitsgruppen (LAG) im europäischen Programm Leader, aus dem ARmob gefördert wird, sind an der Umsetzung beteiligt. „Die Auswahl der Objekte, die in die App aufgenommen werden, erfolgt nach fachlichen und touristischen Erwägungen“, informierte Professor Torsten Mattern, der das Projekt gemeinsam mit Rosemarie Cordie wissenschaftlich leitet. Sascha David Schmitz ist für das Modelling, Angelika Kronenberg für die Programmierung und Ralph Arens für Prozessentwicklung und -steuerung zuständig. Für Universitätspräsident Michael Jäckel liegt ein besonderer Reiz des Projektes darin, dass es über die ganz spezielle romantische Faszination von Ruinen eine Vernunfttechnologie legt, die einen Eindruck des vollständigen Bauwerks verschafft. Er ist davon überzeugt, dass solche Projekte in Zukunft an Bedeutung gewinnen werden. red

 

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