Weniger Wohnungseinbrüche, mehr Rauschgiftdelikte

Weniger Wohnungseinbrüche, mehr Rauschgiftdelikte

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Symbolbild: DPA

Daun. Die Kriminalität im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Daun (Kreis Vulkaneifel ohne VG Obere Kyll) ist im Jahr 2016 angestiegen – auf 2708 Fälle gegenüber 2509 im Jahr zuvor. In 214 Fällen wurde die Tathandlung im Versuchsstadium abgebrochen, was einer Quote von 7,9 Prozent entspricht. Den angestiegenen Fallzahlen steht eine um 1,9 Prozent angestiegene Aufklärungsquote von 68,0 Prozent gegenüber. Die Anzahl der Rohheitsdelikte ist im Vergleichszeitraum um 63 Fälle auf 463 Fälle gestiegen. Die Aufklärungsquote beträgt 93,5 Prozent. Den größten Anteil machen die Körperverletzungsdelikte aus (304 im Jahr 2016) In der überwiegenden Zahl der Fälle ging nach Angaben der Polizei Alkoholmissbrauch den Taten voraus. Festzustellen sei außerdem, dass es sich vielfach um Wiederholungstäter handelt, die nicht mehr aus der Spirale von Alkoholmissbrauch, Suchtverhalten, individueller Gewaltbereitschaft, Arbeitslosigkeit und damit einhergehender Perspektivlosigkeit herauszukommen scheinen. Auf vorsätzliche leichte Körperverletzung entfielen 253 Fälle.

 

Die 304 registrierten Körperverletzungsdelikte sind von 261 Tat-verdächtigen begangen worden. Davon waren 37 Tatverdächtige unter 21 Jahre alt. Die einfachen Diebstähle sind mit 410 Fällen um elf Fälle gegenüber dem Vorjahr gesunken, die Zahl der Diebstähle unter erschwerten Umständen um 34 Fälle auf nunmehr 224 Fälle. Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist – entgegen dem landesweiten Trend – von 100 im Jahr 2015 auf 76 im Jahr 2016 gesunken. Dabei handelte es sich um 25 Delikte des Tageswohnungseinbruchs mit einer Tatzeit zwischen 6 und 21 Uhr. Hinter den meisten Einbrüchen in der Region vermutet die Polizei Banden, darunter auch Familienclans. Das kriminelle Geschäft werde meist arbeitsteilig abgewickelt: Die einen Beteiligten halten Ausschau nach geeigneten Objekten, die andere brechen ein, wieder andere veräußern das Diebesgut. Die Täter hätten es meist auf leicht zu transportierende Wertsachen abgesehen. Bevorzugt gestohlen würden Schmuck, Bargeld, Uhren oder Münzen. Die Aufklärungsquote beim Tageswohnungseinbruch lag im Jahr 2015 bei 30,3 Prozent, im Jahr 2016 bei 20 Prozent.

Der Trierer Polizeipräsident Lothar Schömann hat im Herbst 2014 eine spezielle Ermittlungsgruppe eingerichtet, die sich seither im Bereich des gesamten Präsidiums mit Wohnungseinbrüchen beschäftigt. Diese Ermittlungsgruppe Banden hat unter anderem eine Serie von Taten aufgeklärt, deren Tatorte sich im Bereich der Polizeiinspektion Daun befinden.

Der Bereich der Vermögens- und Fälschungsdelikte wird überwiegend von Betrugsstraftaten dominiert. Die Gesamtzahlen sind gegenüber 2015 um 21 Fälle auf insgesamt 534 Fälle gestiegen. Auch im Fünfjahresvergleich stellt die Polizei fest, dass dieser Deliktsbereich leicht steigend ist. Die Aufklärungsquote bei den Vermögens- und Fälschungsdelikten liegt bei 71 Prozent. Neben den allgemein bekannten Betrugsmaschen werden zunehmend das Internet und sonstige elektronische Datenträger als Tatmittel benutzt. Das Internet dient häufig als Verkaufsplattform. Durch Verbesserungen in punkto Sicherheit versuchen die Betreiber solcher Verkaufsplattformen die finanziellen Transaktionen sicherer zu gestalten. Dennoch versuchen die Täter. illegal und unerkannt Daten von fremden Computern zu erlangen. Die Täter agieren häufig aus dem Ausland, und die Geschädigten stellen erst später fest, dass ihr Computer mit einem Virus oder Trojaner befallen wurde und dass versucht wurde, Geld vom Konto der Geschädigten abzubuchen.

 

Die Rauschgiftdelikte sind gegenüber dem Vorjahr deutlich um 104 Fälle auf insgesamt 249 Fälle angestiegen. Die Aufklärungsquote liegt bei 95,2 Prozent. Die Tatorte verteilen sich auf den gesamten Dienstbezirk der Polizeiinspektion, wobei die Schwerpunkte in Gerolstein und Daun zu finden sind. Die 249 Fälle wurden von 201 Tatverdächtigen begangen. 75 Tatverdächtige waren unter 21 Jahre alt. Weil die Aufklärungs- und Ermittlungsarbeit in diesem Deliktsbereich zugleich eine Reduzierung der Beschaffungskriminalität bewirkt, will die Polizei „die örtliche Rauschgiftszene konsequent im Auge behalten und bei strafrechtlich relevanten Hinweisen oder eigenen Feststellungen zeitnah Maßnahmen initiieren“.

 

 

Im Jahr 2016 wurden über alle Deliktgruppen hinweg insgesamt 1363 Tatverdächtige ermittelt (2015: 1333 Tatverdächtige). 1029 davon waren männlich und 334 weiblich. Der Anteil der Straftäter unter 21 Jahren lag bei 263 Personen. Der Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen lag bei 223 Personen, was einem Anteil von 16,4 Prozent entspricht. red