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Tradition trifft Innovation

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Friedemann Vetter

Trier. Alle Jahre wieder: Das Altstadtfest läutet die Saison der drei großen Trierer Volksfeste ein, gefolgt vom Heimatfest Zurlauben und dem Weinfest im Stadtteil Olewig. Alles ganz schön traditionell mit den üblichen Ritualen von Fassanstich über Fez bis Feuerwerk.

Doch ausgerechnet das Altstadtfest, das jüngste der Events (1980 erstmals gefeiert), geht diesmal mit bemerkenswert vielen Neuerungen über die Bühne. Intention des Veranstalters Trier Tourismus GmbH (TTM) ist ein „Mix aus Tradition und Innovation“. Auffälligstes Novum bei der 38. Festauflage (23. bis 25. Juni): Die Fleischstraße wird ihrem Namen alle Ehre machen. Sie wird Schauplatz eines Street Food Markets, organisiert von Klaus Tonkaboni (Blesius Garten) und Ali Haidar und realisiert mit Gastronomen, die eine beachtliche Bandbreite garantieren. Mit von der Gastromeile-Partie sind unter anderem Johann’s, Burgeramt, Taste Brothers und Sterne-Koch Wolfgang Becker. „Flüssignahrung“ gibt’s ebenfalls: Neben gängigen Getränken gehören unterschiedliche Viezsorten dazu; am Craft Beer Corner werden 30 verschiedene Biere angeboten.

Action für

die jungen Gäste

In den vergangenen Jahren war das Altstadtfest vom Programmangebot her eine Sache vor allem für Menschen ab 16. Aktionen für Kinder? Mangelware! Auch das will die TTM ändern und hat dazu die Erlebniswerkstatt Saar engagiert. Der Verein lädt am Samstag- und Sonntagnachmittag auf dem Kornmarkt zu Akrobatik- und Zirkusworkshops unter Anleitung von erfahrenen Pädagogen ein – jeweils von 13.30 bis 16.30 Uhr und geeignet für Sechs- bis Zwölfjährige.

Auf dem Domfreihof ist am Sonntag Familientag. Beim „Rhythmusfieber“ (ab 13 Uhr) sind Kindertanzgruppen aus der ganzen Region dabei; ab 15 Uhr stellt Kinderliedermacher Volker Rosin (bekannt vom Kika Tanzalarm) seine Hits und neue Stücke vor.

Nicht neu ist, dass sich Partnerstädte beim Volksfest in der Fußgängerzone präsentieren. Diesmal gibt es triftige Gründe, sprich: Partnerschaftsjubiläen. Seit jeweils 60 Jahren ist Trier mit Gloucester (Großbritannien) und Metz (Frankreich) verbandelt, seit jeweils genau drei Jahrzehnten mit Weimar und Fort Worth (USA). Gefeiert wird das beim „Tag der Städtepartnerschaften“ am Sonntag auf dem Hauptmarkt. Die passende musikalische Umrahmung bieten die Metzer Band Malik & The Tribe, die Trommlerformation Taiko aus Nagaoka/Japan (seit elf Jahren Partnerstadt) und der Jazz Academie aus dem niederländischen ’s-Hertogenbosch, mit dem Trier 2018 Goldhochzeit feiert.

Die QuattroPole (Städtenetzwerk aus Luxemburg, Saarbrücken, Metz und Trier) präsentiert sich am Sonntag vor der Porta Nigra. Es spielen die Bands Tiavo (Saarbrücken/Völklingen), Go by Brooks (Luxemburg) und Vandermeer (Trier).

A propos Bands: 60 Formationen sorgen für den Altstadtfest-Sound 2017 – 44 davon haben kommen aus Trier und Umgebung. Dass überwiegend Coversongs angesagt sind – geschenkt. Das ist wohl das, was der Großteil des Publikums bei einer solchen Veranstaltung erwartet. Aber es gibt auch in Sachen „Nachgespieltes“ eine Altstadtfest-Premiere. Die fünf Profimusiker von Rokken zelebrieren eine Karaoke-Show der etwas anderen Art, nämlich mit Gastsängern, die sie nicht kennen. Die Damen und Herren Vokalisten mussten sich im Vorfeld anmelden und können am Sonntagabend auf der Porta-Bühne vor großem Publikum und assistiert von einer famosen Live-Band zeigen, was sie gesanglich draufhaben. Der Auftritt von Rokken (mit dabei: Stephanie Crutchfeld, Sängerin der Band von Udo Lindenberg, und der aus Trier stammende Stargitarrero Michael Brettner) kommt in Kooperation der TTM mit dem Verein Musiknetzwerk Trier zustande.

Weitere Neuerung: Der Kunsthandwerkermarkt, früher in der Fahrstraße am Handwerkerbrunnen, findet künftig im Brunnenhof des Simeonstifts statt.

Wem das alles zu viel der Innovation ist, muss sich nicht grämen. Drei Klassiker sind weiterhin fester Programmbestandteil. Das Komitee Trierer Schützen lädt an der Ecke Brot-/Konstantinstraße zum Bürgerschießen ein, am Sonntag, 10.30 Uhr, hält der Verein Trierisch seinen Freiluft-Mundartstammtisch im Innenhof des Restaurant Domstein ab, und ebenfalls am Altstadtfest-Abschlusstag wird von 17 bis 19 Uhr der Vorplatz der Konstantin-Basilika beim offenen Folkloretanz für Jung und Alt zur Tanzfläche.

Roland Morgen

 

Altstadtfest vom 23. bis 25. Juni

Mit dem Fassanstich auf dem Hauptmarkt eröffnen OB Wolfram Leibe und Michael Stumpf vom Hauptsponsor Bitburger am Freitag, 23. Juni, 18 Uhr, das 38. Altstadtfest.

Die Programm-Highlights auf den fünf Hauptbühnen:

Porta Nigra: Freitag: Achim Petry (der Filius von Wolfgang Petry, 22.30 Uhr), Samstag: Kemi Cee Band (20 Uhr), Sonntag: Rokken (20 Uhr).

Hauptmarkt: Freitag: Langer Mütze (21 Uhr), Samstag: Tonsport (21 Uhr), Sonntag: Leiendecker-Bloas (20 Uhr).

Domfreihof: Freitag: „Pop meets Classic“ – Frank Rohles & Friends (19.45 Uhr), Samstag: Mariuzz (Marius-Müller-Westernhagen-Show, 20.30 Uhr), Sonntag: Myk Sno‘ & The Soulful Experience Band (19.30 Uhr).

Kornmarkt: Freitag: Klangbild (21 Uhr), Samstag: Nico Mono & Band (20 Uhr), Sonntag: Agency 009 (20 Uhr).

Viehmarkt: Freitag: BigFM Open air Party Part I, Samstag: BigFM Open air Party Part II (jeweils ab 17 Uhr), Sonntag: Guildo Horn & die orthopädischen Strümpfe (20 Uhr).

Außerdem gibt es drei weitere Bühnen: Musiktreff Sim, Pranger und Brot-/Jesuitenstraße.

Brunnenhof im Simeonstift: an allen Tagen Kunsthandwerkermarkt.

 

Info

Aller guten Trierer Feste sind drei!

 

Nach dem Altstadtfest (immer Ende Juni) ist vor den nächsten Großfesten:

Das 62. Zurlaubener Heimatfest – kurz Moselfest – geht vom 7. bis 10. Juli am Zurlaubener Ufer über die Bühne.

Bereits zum 69. Mal wird das Trierer Weinfest gefeiert; wie immer im Stadtteil Olewig und diesmal von 4. bis 7. August. Das Vorspiel dazu gibt es am Mittwoch, 2. August. Dann wird Barbara Ellwanger zur 69. Trie rer Weinkönigin gekrönt (19.30 Uhr, Klostergarten Olewig).