Rollenbilder prägen die Berufswahl

Rollenbilder prägen die Berufswahl

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Trier. Typisch weiblich, typisch männlich: Noch immer sind Berufswahl und Karriere vom traditionellen Rollenbild geprägt. Die Region Trier bildet da keine Ausnahme. Interessante Einblicke gewährt eine aktuelle Analyse, die die Agentur für Arbeit Trier und die Jobcenter jedes Jahr gemeinsam herausgeben: „Frauen und Männer am Arbeits- und Ausbildungsmarkt“. Jetzt liegt die neue Broschüre vor.

Die Beschäftigung wächst seit Jahren und hat einen neuen Höchststand erreicht. „Nie zuvor waren so viele Menschen im Bezirk in sozialversicherungspflichtiger Arbeit“, erklärt Agenturleiter Heribert Wilhelmi. Zum Stichtag 30. Juni 2015 waren dies 168 019 Personen – 79 739 Frauen und 88 280 Männer. Gegenüber dem Jahr 2010 ist ein Zuwachs von knapp 10 Prozent zu verzeichnen.

Viele Frauen in Teilzeit

„Erfreulich ist, dass die Frauen von dieser positiven Entwicklung stärker profitiert und somit aufgeholt haben“, ergänzt Martina Tiné, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt. „Bezeichnend ist aber auch, dass jede zweite Frau mit einer sozialversicherungspflichtigen Stelle in Teilzeit arbeitet. Bei den Männern sind es gerade mal acht Prozent.“

Die Statistik zur geringfügigen Beschäftigung rundet dieses Bild ab. 24 886 Frauen verdienten hauptberuflich monatlich nicht mehr als 450 Euro; hier gibt es im Fünfjahreszeitraum einen Rückgang um sieben Prozent. Demgegenüber stehen 14 219 Männer – das allerdings ist ein deutliches Plus von 12 Prozent. Bei der geringfügigen Beschäftigung als Nebenjob ist die Kluft zwischen den Geschlechtern nicht ganz so ausgeprägt: 9339 Frauen und 7522 Männer hatten Mitte 2015 einen solchen Zuverdienst. Die Zuwachsraten gegenüber 2010 sind beiderseits beträchtlich (zwischen 18 und 22 Prozent).

Schon bei der Berufswahl sind Jungen und Mädchen auf „eingetretenen Pfaden“ unterwegs. Im vergangenen Ausbildungsjahr (Oktober 2014 bis September 2015) haben sich bei der Agentur für Arbeit Trier 1995 Bewerber und 1444 Bewerberinnen für eine betriebliche Ausbildungsstelle gemeldet.

Die Friseurin und der Maler

Die Konzentration auf wenige Berufe ist seit vielen Jahren nahezu unverändert. Lediglich in der Rangfolge der Wunschberufe gibt es leichte Verschiebungen. Unter den Top Ten finden sich bei den Mädchen – die übrigens häufiger als junge Männer einen mittleren oder höheren Schulabschluss vorweisen können – zuverlässig die Verkäuferin, die medizinische Fachangestellte und die Friseurin.

Gemeinsam ist allen das Interesse an kaufmännischen Tätigkeiten – und hier gibt es ein breites Spektrum von Verkäufern über Industriekaufleute bis hin zu Kaufleuten im Büromanagement.

Typisch für Jungs ist, dass viele eine Lehre zum Tischler, Kfz-Mechatroniker, Maler und Lackierer, Industriemechaniker oder Metallbauer machen möchten. Über 55 Prozent der Mädchen und knapp 40 Prozent der Jungen fixieren sich auf die jeweiligen Top-Ten-Berufe.

Die gesamte Broschüre gibt es auf www.arbeitsagentur.de/trier unter „Bürgerinnen und Bürger / Chancengleichheit“. red