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Reingeschaut – Freunde fürs Sterben

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Foto: Veranstalter

Wir alle müssen sterben. Das ist eine der wenigen Gewissheiten im Leben. Und Julián weiß, dass es bei ihm nicht mehr lange dauern wird. Denn die Metastasen sind zurück – trotz der Chemo. Der Theater-Schauspieler hat den Kampf gegen den Krebs verloren. Er hat sich entschieden, ihn endgültig aufzugeben, die Behandlung abzubrechen. Davon will ihn sein Jugend freund Tomas abhalten. Vier Tage hat er dafür Zeit. Dann muss er zurückfliegen, von Madrid nach Kanada. Was in dieser Zeit passiert – davon erzählt die spanische Tragikkomödie „Freunde fürs Leben“.

Und das ist eine ganze Menge, denn Julián will noch einige Dinge erledigen, bevor er das Zeitliche segnet: eine Urne für seine Asche auswählen zum Beispiel, ein neues Herrchen für seinen Hund finden und seinem Sohn endlich die Wahrheit sagen. Bei all dem begleitet ihn sein Freund Tomas. Das klingt erstmal deprimierend. Manch einer wird sich gar denken: Bitte nicht noch ein Krebsdrama, nicht noch mehr Abschieds szenen im Regen, nicht noch mehr Geigen und Tränen und Kitsch. Aber so ein Film ist „Freunde fürs Leben“, zum Glück, nicht.

Das Drama von Regisseur Cesc Gay setzt nicht auf große Gesten, im Gegenteil. Geweint wird heimlich, gelitten auch. Abschiedsworte fallen leise oder beiläufig. Etwa wenn Julián, während die beiden eine Straße in Madrid entlangschlendern, sagt: „Das Einzige, was im Leben zählt, sind Beziehungen!“ Tomas muss gar nichts Geistreiches entgegnen. Er schweigt einfach – wie die meiste Zeit. Doch das Schweigen schafft Raum für eigene Gedanken über den Tod und über die Freund schaft der beiden Männer. Eine Freund schaft, die – soviel sei verraten –nicht unbedingt ein Happy End braucht. Gezeigt wird die Tragikkomödie am Mittwoch, 15. März, im Broadway Kino Trier. Beginn ist um 19.30 Uhr. Christian Altmayer