Start Bitburg Reingehört: Da stimmt die Chemie

Reingehört: Da stimmt die Chemie

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Für viele liegt der Chemieunterricht schon Jahre zurück. Doch es gibt Experimente, die einem in Erinnerung bleiben. Zum Beispiel dieses: Der Lehrer kippt ein Mittelchen ins Reagenzglas. Die durchsichtige Flüssigkeit darin färbt sich blau. Er gibt die selbe Lösung in ein anderes Glas und siehe da: Die Chemikalie nimmt ein tiefes Rot an. Denn (wer hat aufgepasst?): Im ersten Glas befindet sich eine Lauge, in dem zweiten eine Säure. Das Mittel chen, von dem hier die Rede ist, ist ein sogenannter Universal indikator. Er macht den PH-Wert einer Substanz sichtbar.

Was sich die Moselaner von „The Universal Indicator“ dabei gedacht haben, ihre Band danach zu benennen, wird ihr Geheimnis bleiben. Klar, wie die Säure aus dem Reagenzglas, ist aber: Die Gruppe bleibt seit Jahren ihrem Stil treu. Um genau zu sein: seit fast 20 Jahren. 1998 gegründet, spielen die vier, die ihre Jugend zwischen Wein bergen und Fachwerk verbracht haben, Punkrock. Und zwar so, wie der kurz vor der Jahrhun dertwende eben klang und teils heute noch klingt. Bands wie Hot Water Music oder Against Me! prägten die Musik mehrerer Generationen.

Gruppen wie die Flatliners oder Red City Radio führen dieses Erbe fort. Wer mit diesen Namen nichts anfangen kann: Es gibt vier Akkorde, jede Menge Pathos, übermächtige Sing-Alongs und Chöre.

So auch auf der neuesten EP der Moselaner. Die hört, wie die Video-Single, auf den Namen „We“. Das ist übrigens auch der stärkste der drei Songs auf der Platte. Der Refrain lädt zum Mitbrüllen ein – gequetscht im Club, zwischen verschwitzten Körpern mit der Faust in der Luft.

Bei „Beside the Road“ geht es etwas melancholischer, aber nicht minder eingängig zu. Der Song könnte fast als Ballade durchgehen, wenn da nicht diese Whisky-Stimmen wären. Apropos: Wer da am Anfang von „Remain at the wheel“ ins Mikro schreit, lässt sich kaum ausma chen. Schließlich darf bei „The Universal Indicator“ jeder mal ran – egal ob Basser, Gitarrist oder Schlagzeuger. Und auch gerne mal das Publikum, wenn den Jungs die Puste ausgeht. Das sieht dann so aus wie auf dem Plattencover.

Wer das live erleben will, sollte am Freitag, 24. März, in Tom’s Kneipe in Enkirch vorbeischauen. Für die vier aus dem Nachbarort wird das ein Heimspiel: Und da ist die Stimmung ja meist am besten.

Christian Altmayer