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Reine Gewissensfrage

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Archiv/Friedemann Vetter

Region. Unterschiedliche Meinungen, Mythen und Märchen ranken sich rund ums Grillen. Denn – und da sind sich alle einig: Grillen ist mehr als nur die Zubereitung von Essen. Grillen ist eine Philosophie, es ist Lebensgefühl. Es bedeutet Freiheit, Unbeschwertheit, Geselligkeit, Sommerparty. Und genauso ist es mit dem Gerät, auf dem sich Fleisch, Fisch oder Gemüse so lecker zubereiten lässt: dem Grill.

Das gehört unters Grillgut

Im Großen und Ganzen gibt es vier Arten von Grills: Holzkohle-, Gas-, Elektro- und Schwenkgrill, der über einem Holzfeuer hin und her schaukelt und besonders im Hunsrück und im Saarland beliebt ist.

Der Holzkohlgrill gilt als Klassiker unter den Grills. Er lässt sich leicht unter den Arm klemmen und etwa mit in einen öffentlichen Park nehmen. Aber auch auf der Terrasse ist er beliebt, weil das Bratwürstchen schnell und ohne großen Aufwand gar ist. Lediglich die Kohle muss zum Glühen gebracht werden.

Das erreicht man am besten, indem man die Kohle über einem Stück Grillanzünder häuft und diesen mit einem Stabfeuerzeug ansteckt. Für naturbewusste Menschen gibt es mittlerweile im Handel biologischen Grillanzünder. Nachdem die Stichflamme erloschen ist, hilft es, mit einem Stück Pappe zu wedeln, denn jetzt braucht es Sauerstoff, damit die Kohle gleichmäßig durchglüht. Wenn die Kohle weiß ist, kann aufgelegt werden. Das kann mit etwas Glück schon nach zehn Minuten der Fall sein.

Den Holzkohlegrill gibt es in verschiedenen Größen und Farben. Die optimale Größe des Rost variiert mit der Anzahl der Personen, für die gegrillt wird. Ein Durchmesser von 50 bis 70 Zentimeter sollte in der Regel für eine Gruppe mit sechs Personen reichen. Den Grill gibt es auch in der Einwegvariante im Supermarkt zu kaufen.

Doch Vorsicht: Nicht in jedem Stadtpark ist das Grillen damit erlaubt. In Trier etwa ist es ausdrücklich verboten. „Im Palastgarten darf der Grill nur auf der südlichen Wiese ausgepackt werden. Dort, wie auf anderen Grünflächen, dürfen nach der städtischen Satzung keine offenen Feuer entzündet oder Einweggrills verwendet werden“, heißt es auf der Homepage der Stadt.

Der Gasgrill ist weniger praktisch. Was daran liegt, dass er in der Regel größer ist. Doch der Grill eignet sich hervorragend, um Speisen auf Balkon oder Terrasse zuzubereiten. Denn es kann auf sperriges Holz und staubige Holzkohle verzichtet werden. Und – was besonders die Nachbarn freuen wird – es entwickelt sich kein Rauch.

Des Weiteren lässt sich der Grill ohne Pobleme zu einer Art Küche für den Garten umfunktionieren, mit mehreren Stationen und unterschiedlichen Funktionen, die dann schnell die gewünschte Temperatur haben. Das ist vor allem dann von Vorteil, wenn es schnell gehen muss. Besonders gut zubereiten lassen sich Schweine- und Rindersteaks, Hähnchenschenkel, aber auch Fisch in Alufolie, Würstchen, Grillkäse und Gemüse.

Der Elektrogrill hat einen eher schlechten Ruf. Das liegt sicherlich nicht zuletzt daran, dass das Grillfeeling und das Räucheraroma beim Grillen mit Strom wegbleiben. Aber er hat seine Daseinsberechtigung, beispielsweise wenn es nur die Möglichkeit gibt, auf einem Balkon zu grillen. Denn es entsteht kaum Rauch. Das dürfte besonders in engen Wohnverhältnissen ein großer Vorteil sein.

Der Schwenkgrill ist so etwas wie das Heiligtum im Saarland, aber auch im Hunsrück wird geschwenkt. Diese Art von Rost eignet sich nur dann, wenn der Grillmeister einen großen Garten hat, in dem er das Dreibein aufstellen kann. Für den Balkon oder öffentliche Parks ist diese Art zu grillen wegen der großen Flamme, der Rauchentwicklung und des Platzes, den es braucht, eher nichts.

Wichtig beim Schwenkgrill: Es wird mit Hitze gegrillt, nicht mit der Flamme. Das heißt, zunächst wird ein Feuer entzündet. Dazu – das ist nur eine Variante – schlägt man zunächst kleine Holzspänchen. Danach zerknüllt man etwas Zeitungspapier und stellt rund herum die Spänchen, bevor man das Papier anzündet. Jetzt sollten die Holzstücke, die man an das Papier anlehnt, immer größer werden.

Nachdem das Holz heruntergebrannt ist, kann das Fleisch auf den Rost. Sobald das Grillgut auf dem Rost liegt, sollte man diesen über der Feuerstelle hin- und herschwenken. Der Nachteil: Das Grillen ist recht zeitaufwendig und daher eher etwas fürs Wochenende. Für unter der Woche abends, wenn es schnell gehen soll, ist er weniger geeignet.

Sebatian Grauer 

Fazit: Alle diese Grills haben ihre Daseinberechtigung. Bei der Auswahl kommt es darauf an, wo gegrillt wird und wie schnell das Grillgut gar sein soll.

 

 

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