Start Meldung Kriminalität sinkt: 17 Prozent weniger Diebstähle

Kriminalität sinkt: 17 Prozent weniger Diebstähle

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Symbolbild: DPA

Prüm. Die Polizeiinspektion Prüm nennt als herausragendes Ermittlungsergebnis des Jahres 2016 die Festnahme von sechs Tatverdächtigen bei einem Einbruch im Gewerbegebiet Prüm-Dausfeld. Ihnen werden rund 100 Straftaten, vorwiegend Einbruchsdiebstähle, zugeordnet.

Insgesamt zieht die Polizei eine positive Bilanz: Die Auswertung der Kriminalstatistik ergibt im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einen deutlichen Rückgang der festgestellten Straftaten. Die Zahl ist von 2322 Fällen im Jahr 2015 auf 1962 Fälle in 2016 gesunken. Dies entspricht einem Rückgang um 360 Fälle oder 15,5 Prozent. Die Aufklärungsquote liegt mit 70,2 Prozent leicht unter der des Vorjahres (71,7 Prozent). Die Zahl der Straftaten pro 100 000 Einwohner liegt für den Bereich der Polizeiinspektion Prüm für das Jahr 2016 bei 4582 gegenüber 5416 aus dem Jahr 2015. Zum Vergleich: In Rheinland-Pfalz lag die Häufigkeitsim Jahr 2015 bei 6818.

 

Bei den Rohheitsdelikten – dazu gehören insbesondere Raub- und Körperverletzungsdelikte – verzeichnet die Polizei im Vergleich zum Vorjahr einen leichten Anstieg von 252 auf 261 Fälle (plus 2,2 Prozent). Im Vorjahr lag die Zunahme bei mehr als 40 Prozent. Die Aufklärungsquote liegt in diesem Bereich bei 94,3 Prozent (2015: 92,1 Prozent). Die Zahl der gefährlichen und schweren Körperverletzungen ist fast konstant geblieben. (2015: 22 Fälle, 2016: 23 Fälle). Bei der vorsätzlichen leichten Körperverletzung ist die Zahl von 147 auf 157 angestiegen. Im Jahr 2015 war noch ein Anstieg um mehr als 50 Fälle zu festzustellen.

 

Laut Polizei ist eine Bereitschaft, Auseinandersetzungen nicht nur verbal, sondern auch tätlich auszutragen, insbesondere dann festzustellen, wenn Alkohol konsumiert wurde.

 

Ein Rückgang ist im Bereich des einfachen Diebstahls festzustellen. Hier sind die Fallzahlen von 272 auf 233 (minus 17,1 Prozent) gesunken. Die Zahlen beim Diebstahl aus Kraftfahrzeugen sanken von 42 auf 39 Fälle, bei Einbrüchen in Kraftfahrzeuge von 40 auf 16 Fälle zurück. Das entspricht einem Rückgang um 60 Prozent. Besonders deutlich – von 23 auf drei Fälle – sank nach Angaben der Polizei die Zahl der Kraftstoffdiebstähle, hauptsächlich entlang der Transitrouten B 51 und A 60 – sowie aus Baustellenfahrzeugen. Die Polizei geht davon aus, dass der Rückgang auf eine intensivere Überwachung und Streifeneinsätze zurückzuführen ist.

 

Beim schweren Diebstahl lag Zahl bei 218, im Vergleich zu 215 im Vorjahr. Auch die Zahl der Wohnungseinbrüche ist mit 74 (Vorjahr: 75) fast gleich geblieben. Die Zahl der Tageswohnungseinbrüche sank von 22 auf 17. Ein Großteil dieser Straftaten dürfte laut Polizei organisierten Tätergruppen zuzuschreiben sein. Die Zahl der Diebstähle insgesamt liegt mit 451 um 36 Fälle unter der Zahl aus 2015.

 

 

Bei den Vermögens- und Fälschungsdelikten (Betrug, Urkundenfälschung, Unterschlagung, Veruntreuung) verzeichnet die Polizei einen Rückgang um 29 Prozent – von 417 auf nun 296 Fälle. Die Aufklärungsquote liegt bei 81,1 Prozent. Besonders deutlich war der Rückgang im Teilbereich der Betrugsdelikte: Dort sind die Fallzahlen von 291 auf 191 zurückgegangen. Dies liegt nach Angaben der Polizei vor allem daran, dass es im Jahr 2015 ein größeres Betrugsverfahren im Dienstbezirk gab, das zwar nicht von der Polizeiinspektion Prüm bearbeitet, der Dienststelle aber statistisch zugerechnet wurde. Die Polizei merkt zudem an, dass alle Betrugstaten, zum Beispiel im Bereich der Internetkriminalität, bei denen kein Tatort in Deutschland festgestellt werden kann, nicht in die Statistik einfließen.

 

 

Die Zahl der sonstigen Straftaten hat von 437 auf nunmehr 390 Fälle abgenommen. Darunter fallen vor allem Beleidigungen, Sachbeschädigungen, Verletzung der Unterhaltspflicht und Ähnliche. Im Bereich der Beleidigungen reduzierte sich die Zahl der Fälle von 96 in 2015 auf 70 in 2016; bei den Sachbeschädigungen ist dagegen eine Zunahme zu verzeichnen: Es wurden 14 Fälle mehr als im Vorjahr und damit insgesamt 184 registriert. Die Zahl der Sachbeschädigungen an Autos blieb mit 57 gleich.

 

Bei Verstößen gegen strafrechtlichen Nebengesetze – dazu werden Rauschgiftdelikte sowie Verstöße gegen das Ausländergesetz und das Asylverfahrensgesetz gezählt – sind die Fallzahlen von 702 auf 546 zurückgegangen. Der Anteil der Rauschgiftdelikte liegt bei 403 gegenüber 528 im Jahr 2015. Die Polizeiinspektion Prüm erklärt diese „relativ hohe Zahl“ mit der Grenzlage ihres Dienstbezirkes und der Tatsache, dass dieser Bereich als Transitraum für Drogenbeschaffungsfahrten in das benachbarte Ausland genutzt wird.

 

Insgesamt wurden im Jahr 2016 1183 Tatverdächtige ermittelt. Davon waren 968 männlich und 215 weiblich. 218 der Tatverdächtigen waren bis 21 Jahre alt. Die Zahl der nichtdeutschen Tatverdächtigen lag bei 486, das entspricht einem Anteil von 41,1 Prozent.red

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